Armut:
Ich konnte an der in Ghana
herrschenden Armut nicht vorbeischauen. Manche Menschen kommen mit solchen
Eindrücken
wahrscheinlich nicht klar, werden dann aber wohl kaum Ghana als potenzielles
Urlaubsland im Blick haben. Auf meiner Reise in Ghana habe ich keine
verhungernden Menschen gesehen. Das
typische Bild von abgemagerten Kindern mit aufgeblähten Bäuchen, wie man es
aus der Berichterstattung über Hungerkatastrophen kennt, ist mir
hier nicht begegnet. Man sollte als Tourist nicht den Fehler machen und
deren Lebenssituation mit unseren Maßstäben vergleichen. Dann macht man
sich nur verrückt. Natürlich haben einige Kinder zerrissene Hemden oder
ältere Leute Zahnlücken, weil sie sich keinen Zahnarzt leisten können. Ich
hatte aber nie das Gefühl, ich müsste jemandem Geld geben, da er sonst den
nächsten nicht überleben würde. An der gesamten Lebenssituation kann man
leider eh nichts ändern. Ich wurde übrigens nur selten von Bettlern
"belästigt".
Attraktionen und
Sehenswürdigkeiten:
Wenn man nach Ghana fährt , sollte man es nicht unbedingt auf Touristenstrände
oder Museenrundgänge abgesehen haben. Touristenattraktionen halten sich in
Grenzen. Auch die Nationalparks halten nicht immer das , was sie versprechen. Im
Molenationalpark, in dem auch Löwen und andere wilde Tiere leben sollen, ist
meist nur ein kleiner Rundgang möglich. In der Trockenzeit (November bis März)
ist es allerdings sicher, Elefanten, Krokodile und Antilopen am Wasserloch
beobachten zu können.
Im Kakuumnationalpark , in dem man über Hängebrücken durch tropenähnlichen
Sekundärwald ( vom ursprünglichen tropischen Regenwald ist in Westafrika nur
ein erschreckend minimaler Teil übrig geblieben) spaziert, sind die Tiere zu
scheu, als das man wirklich welche sehen könnte.
Der ehemalige Palast in Kumasi, der als Museum zur Verfügung steht, ist nicht
mit einem Rundgang im Schloss von Versailles zu vergleichen. Und auch von den
"Togohills" und den "Krokodilen von Paga" darf man sich
nicht zuviel versprechen. Man beginnt allmählich zu begreifen , dass Ghana im
Gegensatz zu Kenia oder Tansania nicht auf Tourismus eingestellt ist. Auch aus
den etlichen Sklavenburgen an der Küste Ghanas , könnte man ein lukrativeres
Geschäft machen.
Aber dadurch erhält man die Chance direkt an einem normalen, westafrikanischen
Leben ohne Reisegruppenmanipulation teilzuhaben. Da man auch nirgendwo hohen
Eintritt bezahlen muss, kann man kleine Enttäuschungen mit Humor aufnehmen.
Außerdem herrscht in Ghana "African Time". Hetzen und Ungeduld sind
hier fehl am Platze.
Auf jeden Fall rate ich jedem , mal ins Kino zu gehen , den
Kakuumnational- und Molenationalpark zu besuchen, die TroTrofahrten mitgemacht
und die Lehmhüttendörfer im Norden gesehen zu haben. Auch der
Akosombo-Staudamm des Voltastausees (z.Z größter Stausee der Welt) ist
bestimmt ein
Ausflug Wert (ich selbst habe es leider nicht geschafft). Die Chance günstig eine Trommel zu kaufen oder sich Rastazöpfe
(ca. 30 DM) machen zu lassen , sollte man nicht verpassen.
Außergewöhnliche Dinge:
Wenn man mal außergewöhnliche Dinge im Urlaub erleben will , ist Ghana ein
sehr geeignetes Land. Da fällt schon mal der Auspuff vom TroTro (Kleinbus) ab
(und die Fahrt geht weiter...!), wird man von kleinen Kindern umlagert, und wie
ein Außerirdischer betrachtet und da wundert man sich schon mal , wenn von der
gesamten Speisekarte nur ein Gericht zur Verfügung steht.
Einsamkeit:
Es gibt auch Orte, Adafoah zum Beispiel, an denen man wirklich einen Strand
ganz für sich allein hat und Meer, Palmen und Sonne genießen kann.
Anzeige:
Essen:
Die erste Woche war ich für alles offen: Fou Fou, Yams, Kinkey,
Rice&Stew von der Straße. Sogar knorpelige Kuhhaut habe ich runtergewürgt,
weil es mir alles leckeres "Meat" angeboten wurde... (würg). Aber
nachdem es mir einen Tag so richtig dreckig ging (mit allem drum und dran), hat
sich das geändert. Da war denn erst mal Pause. Letztendlich bin ich froh, dass
ich das ganze Zeugs mal ausprobiert hatte. Yams und Rice&Stew haben mir
nachher auch wieder geschmeckt. Besonders auf dem Workcamp habe ich einen
interessanten Überblick über ghanaische Essgewohnheiten bekommen- auch wenn
mir alles manchmal zum Halse raushing. Aber wahrscheinlich liebt ein
Westafrikaner ne ordentliche Currywurst mit Pommes-Mayo auch nicht auf den ersten
Blick...
Feilschen:
Das Feilschen sollte man sich als Tourist auf jeden Fall angewöhnen, da
man sonst wesentlich tiefer als Einheimische in die Tasche greifen muss.
Wenn man nicht aufpasst bezahlt man beispielsweise für die Taxifahrt 18 DM
statt 6 DM. Übertreiben sollte man es mit dem Knausern natürlich nicht,
da sowieso alles viel billiger ist. Aber gerade Rucksacktouristen müssen ihre
Tagesrationen genau einteilen und sollten deswegen auf einigermaßen faire
Preise bestehen. Gerade, wenn es um Souvenirs geht, fängt der Händler mit
einem Vielfachen des wirklichen Preises an. Ohne Skrupel kann man hier meist die
Hälfte oder sogar weniger anbieten und dann weiter handeln. Der beste Trick
beim Feilschen- SELBST MEHRMALS ERPROBT- ist, sich einfach umzudrehen und
wegzugehen. Einfach
so tun, als wenn man den Handelsgegenstand eigentlich gar nicht haben möchte.
Unglaublich, wie dann manchmal die Preise purzeln ;-). Die beste Vorraussetzung
dafür ist natürlich, wenn man den Gegenstand wirklich gar nicht unbedingt
haben möchte/muss oder ihn sich auch noch ein paar Tage später oder bei einem
anderen Händler kaufen kann.
Finanzen:
Wenn man seine Ansprüche genügend
herunterschraubt, kann man für fünf bis zwanzig Mark ein Doppelzimmer
bekommen, für zehn Mark täglich essen und trinken. Also ich habe pro Tag
zwischen 15 und 25 Mark für die Lebenskosten ausgegeben und habe die Reise gut
überstanden ;-). Auch die Reisekosten sind nicht allzu hoch. Von Accra nach
Tamale kommt man mit einem guten Reisebus für ca. 20 Mark. Man kann sich
innerhalb der Stadt auch ruhig Taxen leisten. Besonders, wenn man zu viert
fährt. Die Strecke zum Flughafen würde in Deutschland wahrscheinlich 30-40
Mark kosten und in Ghana bezahlt man 5-8 Mark.
Frauen:
Sie wirkten auf mich sehr selbstbewusst und emanzipiert. Werden nicht von den Männern unterdrückt-
was ich zumindest so mitbekommen habe. Sie arbeiten meist, verkaufen also auf
der Straße irgendwelche Sachen. Viele haben interessante Frisuren:
verschlungen, Rasta geflochten/verdreht, hochgesteckt,... Wenn sie nicht
frisiert sind, tragen sie Kopftücher oder Baseballkappen. Wenn sie das nicht tun,
sehen die Haare meist drahtig aus.
Infrastruktur:
Weil für die ehemaligen Kolonialherren hauptsächlich der südliche Teil
Ghanas (für Sklaven- und Goldhandel) interessant war, gibt bis heute
hauptsächlich hier ein gut ausgebautes Streckensystem. Die Eisenbahn fährt nur
im Süden. Allerdings ist die Straße von Accra nach Tamale (Norden) auch sehr
gut ausgebaut. Mit großen Reisebussen kann man diese Strecke gut zurücklegen.
Letztendlich kommt man überall hin, wo man hin möchte. Manchmal dauert es
länger, manchmal dauert es kürzer. Viele Straßen, gerade im nördlichen Teil,
sind in einem schlechtem Zustand. Nach einer Fahrt vom Molenationalpark nach
Wenchi tat uns allen der Rücke und der Po weh, weil stundenlang über Straßen
gefahren sind, die von Schlaglöchern übersät waren. Allerdings war das nicht
im Bus, sondern als Pick-Up auf der Ladefläche eines kleinen LKW...aua aua... .
Kino:
Der Kinobesuch in Accra war echt ein lustiges Erlebnis. Filme laufen
hier auf Englisch. Ich hatte keine Verständnisprobleme. Denn die
Ghanaer können ja selbst nicht perfekt englisch sprechen. Der Niveau
des Kinofilmes war mit dem Niveau einer sehr billig produzierten,
deutschen Soap zu vergleichen. Die technische Qualität erinnerte mich
an einen mit einer Handkamera gefilmten Urlaubsfilm. Die Story: Ein
Ghanaer lebt in Polygamie, hat also zwei Frauen, und ist damit reichlich
überfordert. Die Frauen wissen von einander (wie das in der Polygamie
auch so üblich ist), möchten aber beide mehr von "ihrem"
Mann haben. Die Szenen war echt witzig. Auch die ghanaischen Zuschauer
haben sich amüsiert.
Klos:
Bei Nayak (ein ghanaischer Volontär) war ich beruhigt, als ich das
funktionierende Klo sah. Auf meiner Reise habe ich auch schon andere Zustände kennen
gelernt. Loch im Betonboden, ohne fließend Wasser oder mit Meerwasser abspülen
(Kokrobite) , Loch graben (Ada), auf Holzlatten über einem Loch hocken (Akuma
Village in Accra),... . Eklig fande ich es, wenn (allerdings sehr selten) ghanaische
Frauen einfach ihren Rock hochheben und über der Kanalisation stehend
lospinkeln. Aber im nachhinein hat man auch die Sache mit den Klos nach der
Reise überstanden und kann nur noch über solch komische Situationen schmunzeln...
Klima:
Also, der absolute Klimaschock war es nicht (August/September). Aber als ich
abends bei der Ankunft aus dem Flugzeug ausgestiegen bin, spürte ich sehr diese warme, schwüle
Luft. Auch wenn man aus dem "Multistore" (klimatisierter Supermarkt)
rauskam, prallte einem die schwül-feuchte Luft entgegen. Meist war es aber
windig zu dieser Jahreszeit- besonders an der Küste. Man kann jeden Tag mit
T-Shirt rumlaufen, meist lässt es sich mit langer Hose aushalten. Nur manchmal
musste ich richtig schwitzen- meistens war es dann heiß, wenn wir viel Gepäck
rumschleppen mussten.. ;-) ! Ich war gespannt, wie ich nach der Reise das
deutsche Klima empfinden würde.
Kriminalität:
Vor kriminellen Übergriffen habe ich mich allerdings nie gefürchtet, auch wenn
man auf Langfinger besonders bei großen Festen und an Stränden achten sollte.
Frauen sollten die häufigen Heiratsanträge mit Humor betrachten, befinden sich
aber in einem für allein reisende Frauen sehr sicherem Land. Auch die
ghanaischen Frauen werden hier gleichberechtigt behandelt und sind sehr
selbstbewusst.
Kulturschock:
Der ist wohl jedem garantiert ;-). Ghana ist einfach vollkommen anders als
Deutschland. Die Lebensverhältnisse und -art kann man sich nicht vorstellen. Es
ist einfach superinteressant. Man wird mit neuen Sichtweisen konfrontiert. Auch
wenn man manchmal an dem Kulturschock manchmal zu knapsen hat, bewerte ich ihn
für mich persönlich als sehr positiv. Die Erfahrung kann man gegen Geld nicht
aufwiegen. Man sieht Deutschland oder eher die ganze Welt mit anderen Augen.
Klar- wenn man in Ghana war, war immer noch nicht überall, aber man kann sich
viel besser vorstellen, wie es in anderen, armen Ländern aussieht. Viele
Bilder haben sich bei in Thailand und Ägypten wiederholt. Wenn man wenigstens
einmal ein völlig anderes Land kennen gelernt hat, ist man meiner Meinung nach
in seinem Leben ein ganzes Stück weiter...
Allerdings muss die Bereitschaft, mit einer völlig anderen Kultur konfrontiert
zu werden und der Wille deren Probleme und Sorgen zu verstehen, vorhanden sein.
Ist das der Fall, wird der eigene Horizont allerdings enorm erweitert werden.
Menschen:
Ich wurde größtenteils sehr freundlich von den Ghanaern aufgenommen. Mit einem
"Nice to meet you" und, Welcome to Ghana" wird man nicht selten
begrüßt. Am Anfang war ich sehr von
dieser Freundlichkeit der Ghanaer begeistert- jeder wollte einen kennen lernen,
manche nahmen mich gleich bei der Hand und führten mich durch die Stadt (in
Ghana ist es sehr verbreitet dass sich befreundete Männer an der Hand halten). Doch
musste ich erfahren , dass diese vorurteilsfreie Freundlichkeit, bei Europäern,
besonders bei manchen Deutschen (auch bei mir), Misstrauensgefühle entstehen
lässt, weil man sich nicht vorstellen kann, dass man von Menschen ohne Grund
nett angesprochen wird. Dieses Gefühl wird durch einige Ghanaer bestärkt, die
einen bitten, ihnen den eigenen Fotoapparat zu schenken oder ihnen ein Visum zu
besorgen oder die einfach nur um Geld betteln. Um Missverständnissen
vorzubeugen: Es ist jetzt nicht so, dass sie einem etwas einfach wegnehmen
oder bewusst unhöflich nach Dingen fragen. Sie sehen die Dinge einfach aus
anderer Perspektive als wir. Sie sehen, dass wir uns Dinge leisten können, für
die sie Jahre sparen müssten. Ein Monatsgehalt eine ghanaischen Lehrers liegt
bei 100 DM. für manche ist selbstverständlich, dass du dann sein Bier
mitbezahlst. Ich muss hinzufügen, dass ich die meisten Erfahrungen mit
ghanaischen Volontären gemacht habe. Also mit Einheimischen, die auch auf den
Workcamps mitgearbeitet haben und so viel Kontakt mit Ausländern haben und
wissen, wie sie an dessen Geld kommen (Trommeln teurer verkaufen, sich einladen
lassen, eine Freundin anlachen, die ihnen dann nach der Reise noch Päckchen
schicken). Nicht jeder Ghanaer war so- aber mehr, als ich am Anfang zu glauben
wagte. Aber das sind alles keine Gründe, sich nicht auf die Einheimischen
einzulassen. Man sollte nur die "Antennen" ausfahren und selbstbewusst
sagen "Nein, dass Taxi bezahle ich nicht alleine..." oder so.
Natürlich auf Englisch ;-) .
In solchen Situationen sollte man
sich stets bewusst sein ,dass die Ghanaer sich. Sie können sich nicht
vorstellen , dass auch wir, die einen so teuren Flug nach Ghana bezahlen
können, für Fotoapparate, etc. sparen müssen. Der Weiße ist für manche
Ghanaer einfach reich. Und das sind wir ja auch ,wenn man bedenkt , dass ein
ghanaischer Lehrer monatlich auf 100.000 Cedis (ca. 100 DM) kommt.
Desweiteren ist es für die meisten Ghanaer nicht nur finanziell, sondern auch
politisch sehr schwierig ein Visum zu erhalten, weil die Regierung befürchtet ,
sie werden nicht wieder in ihre Heimat zurückkehren.
Die Ghanaer sind sehr selbstbewusst
und von sich überzeugt. Auf jeden Fall sind die meisten Ghanaer sehr freundlich,
und mit vielen habe ich mich sehr nett und ausführlich unterhalten.
Palmen:
Ich habe so viele Palmen gesehen! Unglaublich! Für mich ein tolles Erlebnis. Im
Süden Ghanas siehst du echt unheimlich viele-.und verschiedene. Teilweise
Palmenplantagen/-wälder. Besonders auf dem Weg nach Cape Coast.
Politische
Struktur
Ghana , das als ehemalige Hochburg des Sklavenhandels 1957 in Unabhängigkeit
geriet , ist ein sehr freies und friedliches Land, ganz im Gegensatz zum
Nachbarstaat Togo in dem stets das Militär präsent ist. In Ghana herrscht
Demokratie und man darf seine Meinung frei in der Öffentlichkeit vertreten.
Rasta-Haare:
Wer lange Haare hat, sollte die Chance wahrnehmen, und sich in Ghana Rasta
machen lassen. In Deutschland bezahlt man dafür 200 bis 400 DM in Ghana 20 bis
40 DM (inklusive künstlicher Haare. Je nachdem, welche und wieviel Haare.
Allerdings dauert es in Ghana mehrere Stunden. Aber ich denke, das kann man bei
dem Preis verkraften.
Regen:
Nur selten- und kurz- und leicht (August/September).
Reisebekanntschaften:
Ich habe in Ghana doch so einige Weltenbummler kennengelernt und interessante Sachen
erfahren. Manche reisten bereits seit einem Jahr, zogen durch ganz Westafrika oder
waren schon in vielen anderen Ländern. Die meisten waren 20-26 Jahre alt. Der
verrückteste Typ, den ich traf, ist früher zwei Jahre im südlichen Teil von
Afrika (Namibia, Südafrika, Mozambique,...) mit seinem Fahrrad (!) rumgereist. Die Storys von dem waren einfach
unglaublich. Besonders über die Jobs, die er immer wieder gemacht hat.
Reiseführer:
Sehr zu empfehlen ist das Reisebuch "Ghana" von Jojo Cobbinah ( Peter Meier
Reiseführer), auch, wenn man sich durch die sehr positiven Beschreibungen
manchmal zuviel verspricht.
Weitere Buchtipps im netzigen Ghana-Shop.
Reisevorbereitungen:
Schon bei den Reisevorbereitungen merkt man , dass man sich ein
außergewöhnliches Reiseland ausgesucht hat. Es gibt keine Charterflüge und
man muss/sollte sich gegen Gelbfieber/Hepatitis A impfen lassen und eine
Malariaprophylaxe vornehmen. Ein Moskitonetz, Micropur (zur Wasserreinigung) und
Mückencreme gehören ins Reisegepäck. Über weitere Gesundheitsrisiken sollte
man sich unbedingt beim Tropeninstitut informieren. Nur
leichte Verdauungsstörungen werden sich nicht vermeiden lassen.
Weitere Infos bei Tipps für eine
Ghana-Reise
Sonne, Sonnencreme:
Die Sonnencreme kam nur selten zum Einsatz. Außer am Strand war die 26er
wirklich nötig- aber auch nicht immer. Es ist hier meist leicht bewölkt- aber
trotzdem sonnig (hä?). Vielleicht wegen der Regenzeit....?
Sprache:
Am Anfang war ich so sehr im Englischen drin, dass ich Probleme hatte,
deutsch zu schreiben. Nachher habe ich mich dann aber mehr mit deutschen
Mitreisenden als mit Ghanaern unterhalten. Aber trotzdem sind wir alle dem
Englischen mächtiger geworden. Ich denke, ich habe einiges gelernt. Auf dem
Workcamp konnte ich sogar auf Englisch einen deutschen Witz erzählen- und so,
dass ihn die anderen verstehen konnten (freu!). Manchmal, bei sehr tiefgehenden,
steht einem dann aber doch die sprachliche Barriere im Weg, aber eigentlich
konnte ich mich- von der Sprache her- über alles unterhalten, was ich wollte.
Die Ghanaer sprechen kein perfektes Englisch. Manche Wörter sprechen sie anders
aus und nehmen es auch mit der Grammatik nicht so ernst. Da vertauschen sie schon
mal in einem Satz "black" und "white" oder "she"
und "he" und "his und "her", so dass man denkt, sie
reden von zwei verschiedenen Personen, aber ansonsten ist alles o.k.. Da ich
diese betonte Sprachmelodie der Engländer nicht mag, fand ich sogar gut, dass
die Ghanaer ihr "eigenes" Englisch sprechen- oder eher gesagt in ihrer eigenen Art.
Die ghanaischen Stammsprachen – Ga, Ashanti, Akan,... - konnte und kann ich
natürlich nicht verstehen. Aber ich höre sie mir gerne an.
Für Ghanaer ist es unglaublich schwer ü, ä , ö, ch und r auszusprechen.
Horrorwörter (wie auch für Franzosen) sind dann zum Beispiel:
"Streichholzschächtelchen" oder "Kühlflüssigkeit". Lasst
das mal einen Ghanaer sagen, das ist lustig.
Süßigkeiten:
Unglaublich aber wahr: Schokoladenriegel sind hier erstens rar und teuer und
werden zweitens nicht in Ghana hergestellt! Warum unglaublich? Nun, Ghana
gehört zu den oberen drei Exportländern von Kakao und war sogar zeitweise auf
Platz Eins vor Brasilien und der Elfenbeinküste. Wir haben oft britische Kekse
(McVities Hobnob, Digestive, Fruitcake) gegessen. Viele Kleinigkeiten werden
überall auf der Straße verkauft: Kaugummis, Lollis, Bonbons,....
Tourismus:
Auf der Straße wird man stets als Weißer auffallen, was allein schon eine
unglaubliche Erfahrung ist. Man ist tatsächlich das einzige weiße Schaf. Im
Norden gibt es sogar noch Dörfer, in denen Einheimische zum ersten Mal einen
Weißen sehen. In Ghana wird man
nicht in einem Ferienclub aufgefangen oder bekommt durch andere Reisende das
Gefühl, man ist in heimatlichen Händen. Nein, an Ghana, kann man sagen, ist
der Massentourismus, wie im überwiegenden Teil von Westafrika, spurlos
vorübergegangen (so war es zumindest 1998). Dadurch sind aber
die meisten Ghanaer auch noch sehr aufgeschlossen.
Trinken:
Also, Micropur war in dem Maße, wie ich es mitgenommen habe (für ca. 200
Liter; pro Tag knapp 5 Liter) überhaupt nicht nötig! Höchstens 10 Liter
Wasser habe ich mit dem Desinfektionsmittel angereichert, weil wir das Wasser
eigentlich immer irgendwo kaufen konnten: Anfangs in "Voltic"-Plastikflaschen
(1,5 Liter für 1200 Cedis ca. 1 DM), nachher in kleinen Tüten (0,5 Liter für
150 Cedis ca. 15 Pfennig ). Also Spottbillig! Wie gesund das Tütenwasser ist,
weiß ich nicht, es schmeckte jedenfalls nicht so gut wie "Voltic",
war aber abgepackt, also sauber (?). Ansonsten habe ich ständig Minerals (So werden
dort Getränke wie Fanta, Cola,... genannt). Ich habe Fantalemon und
Schweppes-Bitterlemon bevorzugt. Die bekam ich für 600 Cedis auf der Straße
oder für 800-1000 Cedis in der Bar (damals ca. 70 Pfennig bis 1,20 DM). Sogar hier in Ada (verlassene Landzunge)
kann man Minerals und Voltic kaufen. Bei Bier sind hier die Marken Star, Guiness
und ABC-Beer stark vertreten. Fanta-Orange enthält, glaube ich, sehr viel mehr
Farbstoff als in Deutschland- zumindest sieht sie so aus und schmeckt auf Dauer
nicht so toll.
Trommeln:
Auf jeden Fall welche kaufen!! Auch wenn die Ghanaer die Trommeln für deren Verhältnisse
überhöht verkaufen, ist es für uns immer noch superbillig. Trotzdem: Handeln!
Und zwar kräftig. Ich habe drei Trommeln gekauft. Die Große für 50 $ (ca. 95
DM) und zwei Kleine für insgesamt 30 $. In Deutschland hätte ich für die
große Trommel mindestens 400, vielleicht sogar bis 800 DM ausgeben müssen.
Man sollte die Trommeln natürlich am Ende der Reise kaufen- wegen Transport.
Oder man findet in Accra in irgendeinem Hotel für geringes Entgelt eine
Unterstellmöglichkeit. Viele haben mir vor dem Rückflug Angst gemacht, das
Fell der Trommel würde beim Flug zerplatzen. War aber Quatsch! Blieb alles
heil. Achtung: Passt mit eurem Gewicht auf und fragt, wie viel ihr mitnehmen
dürft. Nicht nur wie viel Gewicht, sondern auch wie viel Gepäckstücke. Ich habe
mit British Airways sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich habe statt 24 ca. 32 Kg
gehabt, aber ich musste nichts bezahlen. Echt klasse!
Tro Tro:
Das sind Kleinbusse, die privat von Ghanaern betrieben werden. Sie dienen als
günstige und weit verbreiteste Verkehrsmittel. Am Anfang fand ich sie toll!
Ich finde, die Ghanaer haben es damit geschafft, eine eigene Lösung der
öffentlichen Beförderung zu finden. Praktisch, schnell und billig. Zumindenst
in Accra muss man nicht lange warten, bis eines kommt. Nachdem aber eine andere
Volontärin erzählte, sie sei fast rückwärts mit dem Tro Tro den Abhang
runtergekracht und seitdem ich manchmal Tro Tros in den Straßengräben liegen sah,
habe ich doch manchmal Schiss und bin froh, wenn wir heil ankommen. Die Ghanaer
schlafen auf längeren Strecken im Tro Tro meist vorn über gebeugt. Manchmal
fällt einem schon mal der Kopf vom schlafenden Sitznachbar auf die Schulter.,
oder die Hand...
Der Mate (derjenige, der das Geld im Tro Tro kassiert) vergisst nie, wer schon
bezahlt hat und wer nicht! Auch wenn er erst nach mehreren Minuten und Stationen
kassiert.
Verkehrsmittel:
Man kommt überall mit Taxen, Kleinbussen, Reisebussen, Zügen,... hin.
Natürlich dauern manche Verbindungen wesentlich länger als andere. Die
Kleinbusse, die größere Strecken zurücklegen, warten solange, bis der Bus
ganz voll ist. So muss man entweder nur ein paar Sekunden warten (falls man als
Letzter einsteigt) oder vielleicht sogar eine Stunde im Bus warten. Es gibt auch
große Reisebusse (STC-Busse), die an europäische Reisebusse erinnern. Längere
Strecken sollte man mit ihnen zurücklegen. Sind zwar teurer als die Kleinbusse
aber immer noch nicht wirklich teuer. Zug bin ich selbst nicht gefahren.
Wasser:
Manchmal auch fließend...!! Das war meist das Problem, mit dem fließend
Wasser. Trinken sollte man es nicht ohne weiteres. Lieber Wasser kaufen- auch
fürs Zähneputzen. Duschen damit ist ok. Nur im Workcamp, als wir uns mit
Regenwasser und Wasser aus einem naheliegenden Fluss waschen sollte, war das mit
dem Duschen so ne Sache- "Augen zu und durch" und sich vorstellen, man
wäre nachher sauberer las vorher...
Zeit:
In Afrika herrscht "African Time". Dieser Ausdruck beschreibt
nicht die Zeitumstellung, sondern die Lebenseinstellung von Ghanaern. Ghanaer
haben sogar selbst in meiner Gegenwart lachend von "African Time"
gesprochen, wenn irgend etwas mal wieder unserer Meinung viel zu lange gedauert hat.
|